Da ich kein großer Freund von Extrem-OC bin und über große Benchmarkschlachten nur lächeln kann, wird bei mir alles in einem angemessenen Rahmen auf Stabilität geprüft.
Meist versuche ich auch nur das mögliche Auszuloten, um später dann einen gesunden Mittelweg zwischen Leistungsaufnahme, Abwärme und Performance zu finden.
Asus P5B, Core 2 Duo E6300, GEIL Ultra DDR2-533 CL3
1. Der Anfang:
Zu Beginn sollte man auf jeden Fall die verwendete Hardware unter Standarteinstellungen testen. Dies dient der Stabilitätsprüfung und so kann man von vorn herein die ersten Fehlerquellen ausschließen.
2. maximal möglichen Front-Side-Bus (FSB) der Motherboard-Speicher Kombination finden:
Dazu müssen im Bios des Motherboards einige Änderungen vorgenommen werden.
Als erstes sollte man die Speichertimings manuell einstellen und etwas entschärfen. Bei den meisten Speicherriegeln sollten 5-5-5-15/18 eine gute Ausgangslage sein.
Außerdem sollte der RAM-Multi/Teiler auf den kleinstmöglich einstellbaren Wert eingestellt werden. Dies dient dazu, dass der Speicher nicht das schwächste Glied in der Kette darstellt.
Zu guter Letzt sollten alle Einstellungen der Versorgungsspannungen überprüft werden und gegebenenfalls von "AUTO"
auf "STANDARD" oder "DEFAULT" gesetzt werden.
Ansonsten kann es passieren, dass die Platine die Spannungen zu weit anhebt und dadurch Instabilität/Überhitzung entsteht.
Nach jeglichen Änderungen alles abspeichern und wieder auf Stabilität prüfen!
Danach wird der Multiplikator des Prozessors auf den niedrigsten möglichen Wert eingestellt (wenn möglich). Beim E6300 beträgt dieser 6x.
Der nächste Schritt, das anheben des FSB selbst. Dieser sollte immer mit gewisser Vorsicht und nicht in zu großen Schritten angehoben werden, da bei zu großer Erhöhung das System nicht mehr starten könnte.
Bei den neueren Generationen ist dies jedoch kein Problem mehr, da die meisten Motherboards über ein so genanntes "Crash-Free-Bios" verfügen. Dieses stellt sich, sollte das System nach einer falschen Einstellung im Bios nicht mehr starten wollen, auf die davor funktionierenden Werte zurück.
Dazu muss man nur den Rechner ausschalten und den Netzschalter des Netzteils umlegen und ca. 10-20s warten. Danach den Rechner einfach wieder starten und die Einstellungen im Bios ändern.
Bei mir war ein sehr guter Wert von 400Mhz FSB (Standard 266Mhz) ohne jegliche Änderungen der Spannungen möglich. Dies bedeutet eine erhebliche Taktsteigerung von 1,86Ghz auf beachtliche 2,8Ghz.
Da sich die Temperatur des Prozessors unter Last nun doch recht deutlich nach oben bewegte (ca. 50°C), versuchte ich die Versorgungsspannung des Prozessors herabzusetzen.
Dies ist im Bios unter dem Punkt VCore-Voltage möglich.
Bei mir konnte ich einen stabilen Betrieb mit „nur“ 1,275V (Standard 1,3125V) ermöglichen.
Dadurch änderte sich auch die Temperaturentwicklung des Prozessors trotz erheblicher Übertaktung auf nur noch 45°C unter Last.
Da ich aber, wie oben erwähnt, das Maximum ausloten wollte, wurde die Versorgungsspannung des Prozessors leicht angehoben (1,35V).
Auch der FSB wurde leicht auf 420Mhz erhöht (Taktrate Prozessor knapp 3Ghz).
Mit 55°C kam die Temperatur des Prozessors unter Last dem kritischen Bereich schon sehr nahe.
Ab einer Erhöhung des FSB auf 430Mhz musste ich die Speicherspannung im Bios leicht erhöhen (1,9V) um einen stabilen Betrieb zu ermöglichen.
In Anbetracht dessen, das der Speicher die Spezifikationen DDR-2 533Mhz hat, ist die Erhöhung auf effektiv 860Mhz ohne große Spannungserhöhung doch sehr beachtlich!
Leider war an diesem Punkt auch Schluss fürs erste, da der Speicher trotz Erhöhnung der Spannung bis auf 2,1V keine weitere Erhöhung des FSB zugelassen hat.
Um nun einen recht entspannten und alltagstauglichen Betrieb zu gewährleisten, ging ich auf FSB 400Mhz zurück (Taktrate 2,8Ghz) und senkte auch wieder die Versorgungsspannungen für Prozessor und Speicher. Außerdem wurde der Multiplikator des Prozessors wieder auf „Auto“ gestellt. In diesem Bereich bewegten sich die Temperaturen und der Stromverbrauch auch noch in einem akzeptablen Rahmen.
Außerdem funktionierte die C1E/Intel Speed Step - Stromsparfunktion des Prozessors noch, so dass sich dieser bei nicht benötigter Leistung automatisch runtertaktet.
Ein weiterer sehr guter Artikel zum übertakten eines Core 2 Duo E6300 ist hier zu finden: